Der Auftakt war schwierig. Der Seecamping in Bregenz hat trotz sommerlicher Temperaturen noch Winterpause, die Alternative in Lindau ist bereits voll. In Gohl – Kressnau kriegen wir den letzten von 800 Plätzen. Dafür sind wir direkt am See, der Veloweg führt durch den Platz. Gleich packen wir unsere Drahtesel und gehen auf Erkundungstour.
Uhr-Sache
Velokünstler
Clayton Hamilton Orchestra im KKL

Im Kultur- und Kongresszentrum Luzern haben wir uns bisher nur Klassik angehört. Heute versuchen wir es mit Jazz. Ich muss gestehen, dass ich mir jetzt deswegen keine CD der Clayton Hamilton kaufen werde. Daniel hat sich da treffend ausgedrückt: “das Radio würde ich an dieser Stelle ausschalten, aber die Show dazu ist stark”. Uns hat vorwiegend die Performance der einzelnen Künstler fasziniert; hier scheint jeder eine Koryphäe seines Metiers zu sein. Ob schwarz oder weiss, schlank oder 150 kg schwer, ob 30 oder 70, jeder einzelne hat 100% Einsatz gegeben und Spass dran gehabt. Fazit: lohnt sich, gesehen zu haben!
Arktischer Sonntag
Um ausnahmsweise nicht rund ums Dorf zu laufen sind wir heute auf die Hochwacht gefahren. Bereits beim Aussteigen pfiff uns die eisige Bise um die Ohren. Es sind gefühlte minus 20 °C, effektiv nur minus 4. So wird der Ausflug recht kurz, führt uns hoch auf den Turm und anschliessend einem Feldweg entlang, dann schnurstracks wieder ins Auto. Zu Hause gibts dann Vermicelles und Espresso à Discrétion, anschliessend Dösen auf dem grossen Sitzsack hinter dem sonnigen Wohnzimmerfenster, während meine Frau beruhigend auf der Gitarre herumklimpert.
Fondue mit Linus
Die letzten 3 Jahre gabs Fondue erst nach 20 Uhr, wenn Linus gegessen hatte und am Schlafen war. Heute war zum Abschluss unserer Weihnachtsferien Linus-Fondue-Premiere. Noch dazu feierte das ultimative, induktionsfähige Caquelon seine Premiere. Nochmals herzlichen Dank an meine Schwiegereltern für das tolle Weihnachtsgeschenk! (für all die, die jetzt nicht wissen, wo genau zwischen Rechaud und Käse eine Induktion stattfindet sei hier gesagt, dass ich den Käse zwecks Zeiteinsparung zuerst auf dem Herd erhitze).
Weihnachtsferien
Diese Weihnachten standen im Zeichen von Schnee und Frost. Ein paar sonnige Tage mit weissen Wegen luden zum ausgedehnten Schlittelspass durchs Dorf ein. Die Strassen waren teilweise so schlecht zu befahren, dass sich ein Automobilist bei Niederbipp entschloss, auf den ASM Geleisen weiterzufahren. Mein persönliches Highlight an Silvester war natürlich die Rüeblitorte meiner Frau (hast du den Wink mit der Kochkelle verstanden, Judith?). Als Ferienabschluss haben wir noch die Rega beim SRO beobachtet. Wir standen uns die kalten Beine in den Bauch, aber der Hubschrauber wollte einfach nicht mehr abheben.
müder Sonntag
Der Schnee auf den Strassen ist noch dicht und fest, ein Schneespaziergang mit Schlitten rund ums Dorf tut gut und begründet den anschliessenden Verzehr von Vermicelles und Espresso. Überhaupt hangelt man sich an so einem Tag vom Frühstück zum Kafi, dann zum z’Vieri, Apéro und ins Abendessen über. Aber es gibt Schlimmeres.
Während die Gemahlin mit Pulverschnee ein Gesicht bastelt und Junior schaufelt, ersehne ich mir im Liegestuhl ein Cüpli und etwas Sonne herbei. Später proben Linus und ich noch die praktische Umsetzung der Offroader-Initiative, zwischen z’Vieri und Apéro :-)
Reparatur

Zitat meines Adjutanten in der Rekrutenschule zum Thema Schäden: “Schäden, meine Herren, Schäden passieren nicht, Schäden werden VERURSACHT!” So flicke ich halt das Spielzeugflugzeug, welches mein Brüetsch vor einiger Zeit in den Müll werfen wollte und welches den Weg zu unserer jetzigen Tagesmutter gefunden hat. Wie das auch die Erwachsenen machen, hat sich unser Sohnemann und sein Freund gegenseitig mit Schuldzuweisungen eingedeckt.
Aber es ist mir lieber, der Araldit kommt zum Einsatz als der Gips!
Wahlen
Auf dem Gang durchs Dorf wird man momentan etwas öfters und besonders freundlich gegrüsst – es geht auf die Wahlen zu. Nachdem Judith kürzlich mit meiner Anleitung die ersten eidgenössischen Abstimmungen erfolgreich an der Urne mitgemacht hat, lag heute für die (brieflichen) Gemeindewahlen noch viel Steigerung drin. Mit Hilfe von smartvote.ch haben wir herausgefunden, welche Parteien ihre Meinung am besten vertreten. Dann also Listen aus dem Block reissen, Namen streichen, kumulieren und panaschieren was das Zeug hält und das ganze mit Wahlausweis unterschrieben korrekt ins Couvert zurück. Das nass-trübe Wetter eignet sich für einen ausgedehnten Spaziergang durchs Dorf, natürlich am Briefkasten der Gemeindeverwaltung vorbei. Ich vermute nur leider, so gewissenhaft und überlegt zu wählen ist nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Aber das muss der frischgebackenen Schweizerin ja nicht als Massstab dienen.
Ich mache mir auch gleich ein paar Gedanken zur Wahl:
- wenn es nur auf das Marketing ankäme, hätten wir demnächst 7 Gemeinderäte der SP
- warum brauchts in einer <4000 Seelen Gemeinde überhaupt Parteipolitik? Ich wähle kluge und kompetente Köpfe, egal welcher Farbe!
- Ich bin erfreut, dass in unserer Gemeinde mehr Kandidaten als zu besetzende Sitze sind. Vielen Dank auf diesem Weg!






















