Category Archives: Up’s & Down’s
Marignano
Im Zelt, das momentan in Langenthal gastiert, konnten wir am Montag unser Wissen in Geschichte und Politik auffrischen. Wir wissen jetzt, dass ein frisch gewählter Bundesrat 17 gefährliche Stufen hinunter gehen muss, um dann das Amt nach reiflicher Überlegung annehmen zu können. Dass er dabei eine ernste Miene macht und von der Schwere des Amts schon fast erdrückt wird, hat seinen Grund einzig und alleine in der Niederlage von Marignano anno 1515, welche die Eidgenossen erstmals hinnehmen mussten. Massimo Rocchi erklärte den 900 Zuschauern auch, wie die Igel-Formation der Schweizer Armee funktioniert: “Zäme bliibe, nid jufle!”. Am Einleuchtendsten fand ich aber die Erklärung von Steuerbetrug und Steuerhinterziehung am Beispiel eines untreuen Ehepartners. Betrug ist vorsätzlich, die Hinterziehung “hat sich halt einfach so ergeben”. Und wenn die Argumente des “Switzilianos” zu Ende gehen, “isch es eso u fertig!”
Zufälle
Linus und ich gehen aus lauter Langeweile und weil es draussen regnet ins Coop Bauzenter. In der Tiefgarage sehe ich im Augenwinkel eine A-Klasse parken, wir fahren mit meiner B-Klasse noch ein paar Meter weiter. Kaum ausgestiegen kommt der Fahrer daher und fragt von weitem, ob ich mit dem B zufrieden sei und wie er motorisiert ist. Ich grüsse meinen alten Gewerbeschullehrer, der daraufhin ganz verdutzt aus der Wäsche guckt mit “Hallo Beat, ich bin sehr zufrieden mit dem Auto!” Ein kurzer Schwatz offenbart, dass der enthusiastische Citroenfahrer einfach mal einen Mercedes wollte und jetzt schon mit dem nächsten liebäugelt. Ausgerechnet der grösste Motoren- und Autofreak fragt seinen ehemaligen Schüler nach seiner Meinung, ich musste schmunzeln. An ihm sind die Jahre nicht spurlos vorüber gegangen. Ich schätze, er müsste jetzt um die 78 Jahre alt sein. Ja, es gehe ihm wieder gut, sagt er. Nach zwei Herzinfarkten sei er bereits abgetreten, sie hätten ihn aber wiedergeholt. “Der Doktor hat mir dann da drinnen all das Zeug ersetzt, jetzt tut es wieder”. Er hat sich nicht geändert. Ich würde gerne etwas länger mit ihm plaudern, aber er hat kaum Zeit und ist sehr im Stress. Linus und ich nehmen es den Rest des Tages ganz bewusst sehr gemütlich. Ich will “das Zeugs da drinnen” möglichst lange nicht ersetzen müssen.
Üüüüble Sache, Maloney!

Diesen Freitag komme ich in den Genuss eines verfrühten Geburtstagsgeschenks. Nach einem Glas Yvorne lauschen wir im Stadttheater Langenthal einer mit viel Witz und Seitenhieben in Politik und Gesellschaft gespickten Lesung von zwei Kriminalgeschichten der übelsten Art. Na, Maloney, wieder über eine Leiche gestolpert? Oft gehört aber noch nie gesehen, wird das Hörspiel nun zum Schauspiel. Ich finde, die zwei schon etwas älteren Herren machen das nach 20 Jahren und 300 Folgen noch immer voller Elan und freuen sich, auch mal ihre Mimik zum Einsatz bringen zu können. Nach der Zugabe ist der Schluck aus der Whiskey-Flasche schon fast ein Muss – auch wenn Maloney meist Bourbon trinkt (“Ich kriege mal eine fette Rente, Sie Maloney eine fette Leber…”). Danke, das war ein echt guter Abend!
Pink Panther
Diesen Sommer in Colmar bei leckerem Flammkuchen und Riesling: Continue reading
Rutschbahn
Nur Linus war noch nicht auf der 200 Meter langen Rutschbahn. Für den Film: aufs Bild klicken
Frosch zum Frühstück
Linus hat uns überredet, unsere Wochenenden etwas anders zu gestalten. So luden wir unsere Freunde mal zum gemütlich Brunch ein, nachdem wir seit Jahren wegen ihrem eigenen Nachwuchs immer bei ihnen zum Schlemmen eingeladen sind. Das Frühstück hat sich erwartungsgemäss etwas in die Länge gezogen und mit Spaziergang und Dessert bis 17 Uhr gedauert. Für den mitgebrachten Zopf und den superlustigen Frosch mit Wackelkopf danken wir nochmals herzlich! Auf einer Betonplatte befestigt, wird er künftig vor unserer Haustür die Besucher begrüssen.
St.-Urban-Chilbi
Langweilig ist anders: Am Freitag Abend kommen Oma und Opa von weit her angereist und sehen ihren Enkel das erste mal. Die Freude ist gross und Linus’ Geschenkebox auch. Merci vielmals an alle, die Linus mit den besten Wünschen und viel schönen Anziehsachen bedacht haben! Wenn wir am Wochenende Besuch aus deutschen Landen haben, dreht sich der Tagesablauf in der Regel um Essen, spazieren gehen, Essen und ganz wichtig: das Trinken nicht vergessen :-) Am Sonntag flieht unser Besuch bereits frühzeitig wieder vor dem nicht immer sehr friedlichen Enkel (oder ist der Schwiegersohn zu unflätig?), so bleibt uns noch Zeit, gemütlich mit unserem Pfupfi im Tragetuch an die St.-Urban-Chilbi zu pilgern. Den Zurli-Stand lassen wir diesmal aus und steuern direkt unseren Stammlieferanten an, der uns auch mit leckeren Sachen bedient (siehe Bild). Keine Angst, das wird nicht alles heute gegessen.
Sunset zum 100sten
Ich weiss, das Thema Sunset hatten wir schon oft. Und speziell sentimental bin ich ja auch nicht, aber heute musste ich wieder mal spontan zur Kamera greifen, die immer griffbereit auf dem Schreibtisch rum liegt. Kachelmann sagt, es gebe nichts langweiligeres als einen wolkenlosen Himmel – recht hat er! Wenn ich aber für jeden tollen Sonnenuntergang einen Whisky trinke, muss ich dem Blauen Kreuz beitreten, bevor mir der Feinstaub die Sicht versperrt.
Das Mottfeuer
Das Reglement unserer Gemeinde sagt zu diesem Thema:
Was darf noch im Freien verbrannt werden?
Trockene, natürliche Wald-, Feld- und Gartenabfälle dürfen im Freien verbrannt werden, wenn nur wenig Rauch und keine schädlichen oder lästigen Immissionen entstehen. Keine Mottfeuer!
Die Berner Polizei hat dazu ein tolles Merkblatt. Wir aber haben diesbezüglich den besten Anschauungsunterricht. Und wir wissen, der Lerneffekt wird durch ständiges Wiederholen erheblich verbessert! Ideal für solche Experimente ist knochentrockene Witterung, leichter Wind und frisch geschnittene Äste. Sollte sich die Wolke einmal in die Ansaugöffnung unserer Lüftung verirren, werde ich dafür besorgt sein, dass die Herausgeber obigen Merkblatts neues, authentisches Fotomaterial erhalten.



