Country, Stroganoff und Merlot
Freitag, 12. März 2010
Babysitter sei Dank, bekommen Judith und ich wieder mal Gelegenheit, uns in der alten Mühle an einer Uftischete dazu zu setzen. Stroganoff und Spätzle sind spitzenmässig, der sizilianische Merlot süffig, David Waddel’s Texas-Country eingängig. Ich bin immer wieder erstaunt, wie gute Musik hier geboten wird, ohne dass die Gäste (direkt) was dafür bezahlen müssen. Immerhin waren die zwei “Outlaws” den ganzen Abend voll engagiert im Einsatz vor lediglich etwa 70 Gästen. Zu guter Letzt entpuppt sich der Typ, welcher in meinem Rücken sitzt und mindestens doppelt so breit ist wie ich, als guter alter Musikerkollege von David. Es ist Jimy Hofer von den Broncos aus Bern. Er setzt sich mit auf die Bühne und versucht sich an einem Song von Johnny Cash. Man merkt augenblicklich, dass in letzten Jahren eher flüssiges als melodisches durch die Kehle gedrungen ist, aber der gute Wille ist da. Ich hoffe, ich komme für die Hörproben nicht gleich in den Knast :-)









Mit knapp 4 Monaten Verspätung habe ich heute meine heissgeliebte “Rüeblitorte” von meiner Gattin erhalten. Sie schmeckt noch mindestens genau so gut wie die erste vor 7 Jahren. Gut Ding will eben Weile haben :-) Danke Judith!
Judiths Schichtdienst bringt es mit sich, dass wir uns manchmal während Tagen kaum sehen. Dafür hinterlässt man sich Spuren, deren Deutung einem den Tagesablauf des andern näher bringt. Das kann herumstehendes Geschirr, Zettelchen mit Liebesbotschaften oder auch mal ein Duft sein. Als ich gestern von der Arbeit nach Hause kam, meinte ich, gerade einem Schwelbrand auf die Spur gekommen zu sein. Doch die Küche hatte noch die ursprünglich ausgesuchte Farbe. Nur aus der Mikrowelle kam der penetrante Gestank von verbranntem Brot. Tja Judith, die automatische Defrostfunktion ist toll, aber zwei Scheiben Brot sind keine 150 Gramm :-) Meine Liebesbotschaft auf dem Zettelchen danach: “Unsere Mikrowelle ist definitiv nicht als Krematorium konzipiert!”
Fast so sicher wie das “Amen” in der Kirche am Ende der Predigt, steht bei uns Ende Woche eine selbstgestrickte Pizza auf dem Tisch. Dies ist sozusagen fester Bestandteil unserer Beziehung. Judith bereitet den Teig vor, ich walle ihn aus, belege den Boden mit Dingen, welche gerade greifbar sind und schiebe das immer wieder anders aussehende Teil in den Backofen. Die Zwiebel schneidet übrigens Judith, solange ich noch keine Taucherbrille in der Küche deponiert habe! Ach ja, den Salat dazu macht natürlich auch Judith – mir fällt gerade auf, ich trage eigentlich recht wenig dazu bei…