Heute fahren wir nach Bern ins Botschaftsquartier. Judith braucht einen Pass mit dem neuen Familiennamen drin. Wir wissen, das kann dauern und um 11:30 Uhr wird der Schalter ohne Pardon geschlossen. Wir versuchen also kurz vor neun im von Armee, Polizei und Securitas bewachten Quartier einen Parkplatz zu finden. Glücklicherweise müssen wir uns nicht an der 30 Meter langen Schlange für Visabegehren anstellen. Die Security mit Metalldetektoren ist wie am Flughafen, jedoch im Rosengarten vor dem Gebäude etwas unfreundlicher untergebracht. Durch Schleusen kommen wir ins muffig riechende Wartezimmer und dürfen ein Ticket ziehen. Bereits eine Stunde später werden wir von einer freundlichen (Berner) Dame bedient. Da wir sämtliche Papiere korrekt beisammen und ausgefüllt haben, dürfen wir uns kurze Zeit später für eine weitere Stunde ins nächste Wartezimmer setzen. Am nächsten Schalter darf ich dann auch mit unterschreiben, dass meine Frau wirklich meinen Nachnahmen tragen darf. Draussen ist die Schlange von Nicht-EU-Bürgern auf dem Bürgersteig (deshalb heisst das ja auch Trottoir bei uns!) bedenklich lang kurz vor Schalterschluss. Hintergrund: will z.B. ein Tamile, der seit 30 Jahren in der Schweiz lebt und arbeitet übers Wochenende mit seinen Kindern nach Rust in den Europapark, braucht er für jedes Familienmitglied ein Schengen-Visum! Ja liebe EU, ich finde das in höchstem Masse diskriminierend. Akzeptiert doch einfach unsere Niederlassungsbewilligung, wenn Ihr schon der Meinung seid, dass wir das schärfste Ausländergesetzt haben. Das würde es dem einen oder anderen ersparen, sich mit dem Schlafsack abends um 22 Uhr vor einer Botschaft schlafen zu legen, damit er es bis am nächsten Feierabend bis zum Schalter schafft!