Ab in den Süden…

7. Mai 2009
Die Fahrt in den Süden durch den fast leeren Gotthardtunnel ist unspektakulär und entspannt. Selbst Linus hat keine Probleme mit der Fahrt. Der Camping Delte in Locarno ist höchstens zu 10% belegt, es ist alles grün, tipptopp gepflegt und ruhig. Nach einem Spaziergang an die Seepromenade in Locarno geniessen wir den Abend. Linus hat in fremder Umgebung Einschlafprobleme und hält fast länger durch als sein Papa.

8. Mai 2009
Mit dem Kursschiff fahren wir über viele Umwege nach Ascona. Dort setzen wir uns in die neu entstandene Lounge am See und geniessen zum Apero einen Schluck Weissen und Pistazien. Ein wirklich schönes Ambiente – selbst bei Regen würden die Sitzgruppen unter der Brücke zum Faulenzen einladen. Linus macht uns die Freude am Mittag einzuschlafen, so dass wir uns im Al Faro eine Pizza gönnen. Später auf einer Bank am See kommt ein Team von “Rutzky TV” mit einem schrägen Vogel in russischer Uniform auf uns zu. Er wolle Werbung für seinen Ferienort am Schwarzen Meer machen und witzelt vor laufender Kamera, ob sich ein Schweizer mit einer Deutschen denn vertrage und ob der Sohn nun Franzose sei? Ich nahm ihm die Show nicht so richtig ab und siehe da, etwas später klärt mich ein älterer Herr auf, dass das eine Vorbereitung für die Sendung “SF bi de Lüt” sei und einzelne Szenen am 23. August im Fernsehen zu sehen seien. Wir sind ja gespannt, ob unser Spross da auch zu sehen ist :-)

10. Mai 2009
Nach einem weiteren ruhigen Tag im Delta mit viel Picknick und Spielplatzbesuchen fahren wir nach Sirmione am Gardasee. Hier ist es für unsere Verhältnisse schon fast zu warm und der Campingplatz ist auch besser gefüllt als im Tessin. In Italien und insbesondere auch auf diesem Platz ist man sehr bemüht, kinderfreundlich zu sein. Wieso aber der Tarif für ein 19 Monate altes Kind 80% von dem der Erwachsenen beträgt und dann nicht mal eine Waschgelegenheit für Kleinkinder vorhanden ist (“benutzen Sie doch ein Spülbecken”) ist uns schleierhaft.

11. Mai 2009
Nach einem Marathon mit Kinderwagen verpassen wir den Bus nach Sirmione um 1 Minute. Aber mit dem nächsten werden wir bequem direkt vor die Stadtmauer des historischen Zentrums gefahren. Am Morgen ist das schöne Städtchen sogar noch ruhig und beschaulich. Erst ab Mittag werden die Touristen mit Reisebussen angekarrt. Das ist genau der Zeitpunkt, an dem wir uns wieder auf den Weg zurück zum WoMo machen. Am Abend schläft Linus im Kinderwagen, während wir gemütlich unsere Calzone verdrücken. Anschliessend haben wir noch eine nette Unterhaltung mit Nachbarn. Er, 75 Jahre, aus Dresden ist mit seiner Partnerin seit 4 Jahren jedes Jahr 7 Monate mit dem WoMo unterwegs durch Europa. Seit kurzem filmt er HD und benötigt danach die ganzen 5 Monate Winterzeit, um daraus am Computer ein paar Stunden spannenden Film zu machen (er war leitender Angestellter des grössten Kinoprojektor-Herstellers). Die zwei sind noch extrem fit, laufen viel und fahren mit den mitgeführten E-Bikes rum. So wünscht man sich den Ruhestand!

12. Mai 2009
Wir fühlen uns in diesem Campingplatz mit hohem Zaun und weit weg von einem Ort etwas wie in einem Gefangenenlager und machen uns auf an den Lago d’Idro. Hier sind wir zwar wieder frei und ruhiger könnte man sich Camping gar nicht vorstellen. Aber nach einem längeren Spaziergang am Nachmittag und Judiths Bad im kalten Bergsee ziehts uns am folgenden Tag wieder weiter. Hei, das ist übrigens unser Hochzeitstag, fast hätte ich es vergessen!

13. Mai 2009
Dani Minger im “Camper’s Backoffice” gibt uns den Tip, nach Lana bei Meran zu fahren. Das machen wir denn auch und quartieren uns auf dem Südtiroler Viersternplatz gemütlich ein. Das Ortszentrum ist hier bequem zu Fuss erreichbar und es gibt wunderschöne Wanderwege zu einem Wasserfall und den Rebbergen entlang. Hier wird natürlich auch ab und zu eine Stärkung fällig (Bild).

15. Mai 2009
Die Rückkehr hats auf unseren Reisen meist in sich. Diesmal wollen wir via Ofen- und Flüelapass nach Hause. Der Blick in die Strassenustandsmeldungen gibt uns grünes Licht, sogar das Backoffice empfiehlt diese Route. Doch in Zernez steht “Flüela geöffnet, 11 bis 18 Uhr geschlossen”. Zudem kommt gleich der ganze Klamauk des Giro d’Italia vorbei. Nach dem Wenden kommen in der Tat sämtliche Sponsoren und Mannschaftswagen, begleitet durch die italienische Polizei. Diesem Tross fahren wir nun hinterher bis nach Silvaplana, wo wir über den Julier nach Chur fahren um Abends um 19 Uhr nach 9 Stunden Fahrt und Pausen müde zu Hause ankommen. Linus meistert die Strecke allerdings recht gut. Einen so zufriedenen Eindruck wie auf dem Bild macht er allerdings doch nicht immer.

2 thoughts on “Ab in den Süden…

  1. 1.) War da photoshop kräftig im Einsatz oder war das Wetter tatsächlich so toll?
    2.) Was ist denn das für eine üble Brühe in den Gläsern der ZwiMahlzeit?
    3.) Klein-Linus wird offenbar frühzeitig zum Ober-Touri ausgebildet…

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>