Purzelbaum
März 3rd, 2010Unser Junge ist schon geklettert, als er noch nicht laufen konnte. Und im Bodenturnen schlägt er seinen Papa jetzt schon. Hüpfen und Purzelbäume schlagen macht ihm Spass wie sonst kaum was. Aber seht selbst:
Unser Junge ist schon geklettert, als er noch nicht laufen konnte. Und im Bodenturnen schlägt er seinen Papa jetzt schon. Hüpfen und Purzelbäume schlagen macht ihm Spass wie sonst kaum was. Aber seht selbst:
Linus macht sprachlich täglich Fortschritte. Es kommen neue Wörter dazu, die meisten in Mundart, obwohl Mami hochdeutsch spricht. Seine neueste Lieblingsaussage: “ufe geit’s!” Das ist doch Musik in den Ohren von Papi, der interpretiert das wirtschaftlich, während Linus seine Spielzeugautos den virtuellen Berg (schräg gestellte Matratze) hochschiebt.
Ich konnte der Schachtel einfach nicht widerstehen! Der T-Rex 250 ist zwar wesentlich weiter vormontiert als der eben fertig gewordene Mini-Titan. Dafür sind die Gewinde noch viel feiner. Ich werde bestimmt noch die Leselupe benötigen.
Wenn ich morgens zur Arbeit fahre, ist dunkel, am Mittag ist Matsch auf den Strassen und Abends nach der Arbeit ist dunkel. Die Menschen hoch im Norden müssen einen furchtbaren Winter erleben, bei denen ist sogar tagsüber dunkel. Da unser Garten im Tiefschlaf, die Sunsets selten und das Wohnmobil im Winterquartier ist, beschäftigt man sich anderweitig. Unseren Fernseher habe ich zum Glück vor etwa 8 Jahren verkauft, so bleibt in der Freizeit (nebst Computer) etwas kreativer Raum. Für Judith heisst das momentan malen, für mich Heli bauen. Nachdem der Mini-Titan quasi fertig ist und auf Flugwetter wartet, nehme ich bald das nächste Projekt in Angriff. Vor wenigen Tagen habe ich den neuen Bausatz direkt aus Hongkong erhalten. Ich freue mich zwar auch darauf, die Dinger mal zu fliegen, aber in erster Linie gehts mir ums Bauen. Somit würde ich in der Modellbauszene zu den “Schraubern” gehören.
Den Sonntagsspaziergang zu den Grosseltern und zurück haben Linus und ich bereits am Morgen absolviert, während sich die Mama von der Nachtschicht erholte. Um auch den Nachmittag noch erfolgreich tot zu schlagen haben wir Bösiger Märkus Imperium anlässlich des Tages der offenen Tür besucht. Das neu eröffnete Gastro Elemänt sieht sehr einladend aus, das werden wir mal austesten, wenn Linus von einer Cousine gesittet wird. Dann gabs natürlich noch viele Autos, Rennwagen, Töffs, Renntrucks und sogar Wohnungen auf dem Areal anzusehen. Mir hat imponiert, dass man zu den Wohnungen gleich den Putz- und Wäscheservice dazu mieten kann. Der 3000 PS Rasenmähermotor hat einen ziemlichen Lärm gemacht, ich denke, das war jenseits der 110 dB. Der Film demonstriert leider lediglich den Startvorgang und Standgas. Bei Teilgas hat dann das Mikrofon versagt und stumm geschaltet. Linus musste übrigens weinend beim ersten “Pfupf” mit Mami das Weite suchen.
Im Zelt, das momentan in Langenthal gastiert, konnten wir am Montag unser Wissen in Geschichte und Politik auffrischen. Wir wissen jetzt, dass ein frisch gewählter Bundesrat 17 gefährliche Stufen hinunter gehen muss, um dann das Amt nach reiflicher Überlegung annehmen zu können. Dass er dabei eine ernste Miene macht und von der Schwere des Amts schon fast erdrückt wird, hat seinen Grund einzig und alleine in der Niederlage von Marignano anno 1515, welche die Eidgenossen erstmals hinnehmen mussten. Massimo Rocchi erklärte den 900 Zuschauern auch, wie die Igel-Formation der Schweizer Armee funktioniert: “Zäme bliibe, nid jufle!”. Am Einleuchtendsten fand ich aber die Erklärung von Steuerbetrug und Steuerhinterziehung am Beispiel eines untreuen Ehepartners. Betrug ist vorsätzlich, die Hinterziehung “hat sich halt einfach so ergeben”. Und wenn die Argumente des “Switzilianos” zu Ende gehen, “isch es eso u fertig!”
Das Wetter meint es sehr gut mit unserem letzten Ferientag. Nur die Temperatur ist etwas gegen mich. Trotzdem wage ich es mit Judith und Linus nach einem Abstecher bei Grosi und Grossvater und ohne Mittagsschlaf von Linus auf den Balmberg. Linus ist ein Angsthase und muss etwas überzeugt werden, sich in den Bop zu setzen, selbst das langsame den Berg hochziehen scheint ihm nicht zu behagen. Die Abfahrt geniesst er nur äusserst abgebremst auf Papas Schoss und wenn Mama als Leitkuh (sorry Judith, ist positiv gemeint) auf dem Bop vorneweg fährt. Bei der letzten Abfahrt kippt Judith im “Steilhang” noch um und verletzt sich leicht. Es scheint jedoch nichts gebrochen oder gestaucht zu sein und die Schnittwunde wird verheilen. So viel Frischluft und Aufregung schafft dann auch unseren Linus.
Im Dorf auf dem Spaziergang gesehen:
Aus politisch aktuellem Anlass hat sich Linus auf den Bau von fahrenden Minaretten spezialisiert. Um den Muezzin bei einem allfälligen Sturz vom Turm verarzten zu können, ist die Plattform ein Krankenwagen. Aber wir wollen jetzt keine Demos vor unserem Haus, auch wenn Sohnemann zweifelsfrei davon fasziniert wäre.